Kategorie: vergangene Lesungen

Treffen sich zwei Planeten.

Sagt der eine: „Siehst schlecht aus!“

„Ja, sehr“, der andere, „ich habe Homo Sapiens!“

Sagt der Erste: „Hatte ich auch mal. Das geht vorbei!“

„brenzlig“ – wenn’s kritisch wird

Mitglieder der Literatenrunde e.V. brachten eigene Texte zur Buchhandlung Hoser und Mende: Johannes Beuerle einen Prolog zur Revolution von 1789, Herrmann Schmitthenner seine Reflektion über einen Stolperstein und Franziska Joachim das Klagelied der Gaia. Zuerst aber sang Fritz Kölling zur Gitarre und stimmte auf den Abend ein. Professionelle Musiker waren schließlich nicht geplant. Dann aber waren sie plötzlich doch da, Manuela Schur und Marius Göhringer, mit Mandoline und Gitarre.

Bunte Bücherwelten betören mit ihrem Duft von anderen Welten und lassen gerade noch genügend Platz für ein paar Stuhlreihen. Wo könnte eine Lesung schöner sein? Frank Diedrich liest aus seinem Buch ‚Der Unfall‘, dann wieder Musik. Bei Susann Mathis ist das ‚Blitzlichtgewitter‘ bereits eine Performance und Fritz Kölling führt die Besucher schließlich an ‚Die gefährlichsten Orte der Welt‘. Noch einmal Musik und tosender Applaus, und dabei hat der Abend noch gar nicht geendet. Eine Proseccoflasche ploppt, die Gläser klingeln und das Gespräch beginnt.

Literaturtage Karlsruhe – hier waren Autoren und Publikum ganz nah zusammen. Wer Lust hat, auch mal selbst zu schreiben, ist bei der Literatenrunde herzlich willkommen. Mehr bei www.literatenrunde.de

Die Literatenrunde hatte zur Klappstuhllesung eingeladen: Wer sitzen mochte, sollte einen Klapp- oder Liegestuhl, eine Luftmatratze oder ähnliches mitbringen und vielleicht auch etwas zu essen oder trinken. Und jetzt um kurz vor sieben gruppierten sich buntgestreifte Strandhandtücher, ein grüner Jumbositzsack, Isomatten, Decken, Holzhöckerchen und Klappstühle jedweder Machart im Schatten des riesigen Ahorns vor der Albtalkapelle. Gut 60 neugierige Besucher umrahmten den durch eine blaue Decke mit weißen Sternen markierten Mittelpunkt der Lesung, die außer der Kreativität der Mitwirkenden kaum weitere Hilfsmittel benötigte. Manuela Schur (Gitarre) und Marius Göhringer (Mandoline) entlockten ihren akustischen Instrumente virtuose Klänge, die vom abendlichen Sommerwind mit zauberhafter Naturdynamik veredelt bis in die letzte Reihe getragen wurden, begleitet vom Rascheln der Blätter und gelegentlichen Glockenschlägen. Auch Ekkehard Meyer und Gisela Naumann verschafften sich mit ihren Stimmen und Geschichten vom ‚Liebenswerten Chaot‘ und ‚Uschis Sommerferien‘ noch unverstärkt Gehör, bis zunehmender Wind und ein inzwischen gefundenes Verlängerungskabel den Einsatz der mobilen Lautsprecheranlage erforderlich und möglich machten. Birgit Heneka konnte ihre Geschichte ‚Der kleine Wolf‘ und Hermann Schmitthenner den ‚Bienenunfall‘ bereits mit Mikrofonverstärkung vortragen, und der Wind nurmehr durch abendliche Kühle Aufmerksamkeit erlangen. Das Geschehen nahm Rhythmus auf, jeweils zwei Lesungen wurden von einem musikalischen Vortrag umrahmt, Kronkorken schnalzten und Fließjacken schützten erste Fröstelnde vor abendlicher Kühle. Fritz Kölling stellte alle Lesenden kurz vor, zunächst noch Rabenstern und ihr Stück ‚Der Präparator‘ und las dann selbst ‚Die Hochzeit mit den Großeltern‘. Einige Besucher hatten sich inzwischen auf den Rücken gelegt und spürten wohl noch die Wärme der letzten Sonnenstrahlen im Gras, sahen den verblassenden Himmel und hörten im Rauschen des Windes den Zauber der Worte, erdacht und vorgetragen einmal nicht von professionellen Schriftstellern und Schauspielern, sondern von Mitgliedern der Literatenrunde Karlsruhe. Am Schluss Frank Diedrich mit Beobachtungen ‚Im Speisesaal‘ und Franziska Joachim mit einer Dichtung in schwäbischer Mundart, und dann noch einmal Mandoline und Gitarre mit einem flotten Ragtime.

Ein Abend mit Ideen, Entdeckungen, Erfahrungen, Erlebnisse, so bunt gedichtet und vorgetragen wie diese durch ihre Freude am Zuhören vereinte Runde. Es muss für alle schöne gewesen sein, fand sich doch am Ende noch ein Strohhut, der klingender Münze und raschelnden Scheinen eine neue Heimat gab. Bereits vorher ließen herzlicher Applaus und immer wieder Lacher erkennen, dass die Darbietungen einigen wohl ganz gut gefallen hatten.

Alle sind bis zum Schluss dageblieben, obwohl es keine Türen gab. Manche kamen extra noch einmal nach vorne zur blauen Decke, wo die Lesenden sich an einer gemeinsamen Abschiedsverbeugung versuchten, um zu sagen, wie gut es ihnen gefallen hatte. Das ist doch das höchste Vergnügen für einen Autor. Und wenn er kein Profi ist, auch das einzige ­– außer dem Schreiben selbst. An alle, die dabei waren: kommt wieder, im nächsten Jahr an gleicher Stelle. Oder noch besser: zum Mitmachen in die Literatenrunde. Zweimal im Monat im BKK Künstlerhaus.

Lesung der Literatenrunde e.V. im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2019

Ort: Buchhandlung Hoser + Mende
Karlstraße 76, 76137 Karlsruhe
Mittwoch, 09.10.2019, um 19 Uhr

„Gebt mir genügend Dynamit und ich blase euch das Höllenfeuer aus“ Red Adair
„Lächle wenn es brenzlig wird“
“To avoid criticism, say nothing, do nothing, be nothing”.


Häufig weiß man nicht im Voraus, dass es brenzlig wird.
Man eignet sich ein falsches Selbstbewusstsein an, wähnt sich stark und sicher, und schon bricht es völlig unerwartet über einen herein. Die Farbe weicht einem aus dem Gesicht, man bekommt weiche Knie, es wird sehr, sehr peinlich, und man kann nichts dagegen tun, man muss da durch -oder schnell einen Rückzieher machen! Wer von uns hat nicht schon so manch’ brenzlige Situation erlebt, überlebt…? Können wir uns überhaupt – noch auf sicheren Boden – auf die brenzlige Situation vorbereiten? Es gilt allein, sie zu überstehen.
Zu diesem und andere Themen lesen Mitglieder der Literatenrunde:
Johannes Beurle, Frank Diedrich, Franziska Joachim, Helmut Hannig Fritz Kölling, Susann Mathis, Herrmann Schmitthenner

Montag, 15. Juli 2019, 19 Uhr
Albkapelle in Grünwinkel

Den Höhepunkt des Sommers feiert die Literatenrunde auch dieses Jahr wieder mit einer Klappstuhllesung im Freien. Sie findet statt am Montag, 15. Juli 2019, um 19 Uhr bei der Albkapelle  in Grünwinkel, virtuos musikalisch begleitet von Manuela Schur (Gitarre) und Marius Göhringer (Mandoline) !

Es lesen:
Frank Diedrich, Birgit Heneka, Franziska Joachim, Fritz Kölling, Hermann Schmitthenner, Gisela Naumann, Rabenstern*

Wer sitzen möchte, sollte einen Klapp- oder Liegestuhl, eine Luftmatratze o.ä. mitbringen und auch was er/sie essen und trinken möchte.  Jedermann und Jedefrau ist herzlich eingeladen. Es kostet nichts!
Nicht vergessen, den heiligen Petrus um gutes Wetter bitten!

PROGRAMM
Begrüßung, Fritz Kölling
– Musik –
Uschis Sommerferien, Gisela Naumann
Der kleine Wolf, Birgit Heneka
Ein Bienenunfall, Hermann Schmitthenner
– Musik –
Hochzeit mit den Großeltern, Fritz Kölling
Der Präparator, Rabenstern*
– Musik –
Im Speisesaal, Frank Diedrich
Ein liebenswerter Chaot, Ekkehard Meyer
Halloween auf Schwäbisch, Franziska Joachim
– Musik –
Schlusswort, Fritz Kölling

Die Albkapelle liegt direkt zwischen der Alb und der Konradin-Kreutzer-Straße.
Nächste KVV-Haltestelle: Eckener- Straße
oder Bus 62, Durmersheimer Straße.
Bei Regen wird in der Albkapelle gelesen!
save the date!

Frühere Klappstuhllesungen: Fotos I und Fotos II und Fotos III

Schauergeschichten am Baggersee
Literaturwanderung mit Lesestationen um den Grötzinger Baggersee
Im Rahmen der 10. Karlsruher Krimitage
Samstag, 30.03.2019, 14:30 Uhr

Startpunkt: Fischerheim, Im Stalbühl 1, 76229 Karlsruhe

„Mord! Wie eine ganze Hölle von Furien um das Wort flattert!“
Friedrich von Schiller (1759 – 1805), Die Räuber, 1781. 4. Akt, 2. Szene

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
Faust, Prolog. (Der Herr)

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,
wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Wilhelm Tell IV, 3. (Tell)

Mit dem Schwerpunkt auf Schaurigem, Unheimlichem und Rätselhaftem geht die Literatenrunde wieder ins gespenstische Dickicht der Fiktion auf den Spuren der Abgründe der Menschheit, dieses Mal zum Baggersee, begleitet von Mitgliedern der Heimatfreunde Grötzingen, die die Gruselgeschichten mit historisch überlieferten Legenden ergänzen, sowie Mitgliedern der Literaturoffensive Heidelberg.

Es wird auch ein Krimi-Wettbewerb geben (einen Dreiteiligen Kurz-Krimi, Teilnehmer an der Wanderung spekulieren über den Täter. Wer richtig liegt, erhält ein handsigniertes Buch von Wolfgang Burger.

Samstag, 30.03.2019, 14:30 Uhr
Länge: 4,5 km, Ausgangspunkt: Fischerheim, Im Stalbühl 1, 76229 Karlsruhe
(Dauer mit Lesung: ca. 2,5 Stunden).

Für Parkplätze stehen einige beim Fischerheim direkt zu Verfügung sowie einige an der Zufahrt dorthin.
Anfahrt am besten über die B3, ca. 1,5 km hinter der Ampel Grötzingen Nord ist ein Hinweisschild zum Fischerheim. Es geht nach links ab und dann ca. 500 m.
Wenn viele Fahrzeuge zu erwarten sind, wäre ein anderer Parkplatz möglich, und zwar der Parkplatz Baggersee Grötzingen auf der Bruchwaldstraße 79, 76229 Karlsruhe in der Nähe der Emil-Arheid-Halle.

Es lesen u.a.: Jürgen Block, Gisela Naumann, Markus Roth u.a.

Mitwanderer sind herzlich eingeladen, mit eigenen Texten beizusteuern. (Anmeldung bis Mittwoch, 26.03.2019: literatenrunde@gmx.de). Kontakt: 01575 6398444 (Markus Roth).

Weitere Veranstaltungen in diesem Rahmen: http://www.karlsruher-krimitage.de/
Bei Regen fällt die Wanderung aus.
Eintritt frei!
Veranstalter: Literatenrunde e. V. in Zusammenarbeit mit Heimatfreunde Grötzingen e. V.

https://durlacher-blatt.de/2019/03/12/still-und-starr-ruht-der-see-schauergeschichten-am-baggersee/