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Montag, 13. Juli 2020, 19 Uhr
Albkapelle in Grünwinkel

Fast schon eine Tradition: Auch diesen Sommer wieder veranstaltet die Literatenrunde Karlsruhe eine Klappstuhllesung im Freien, am Montag, den 13.07.2020 bei der Albkapelle in Grünwinkel.

Die Albkapelle liegt direkt zwischen der Alb und der Konradin-Kreutzer-Straße.
Nächste KVV-Haltestelle: Eckener- Straße
oder Bus 62, Durmersheimer Straße.
Bei Regen wird in der Albkapelle gelesen!

Nicht vergessen: Abstand… Mundschutz und den heiligen Petrus um gutes Wetter bitten! 

Frühere Klappstuhllesungen: Fotos I und Fotos II und Fotos III, Bericht IV

Literatur erschließt sich nicht allein beim Lesen. Der Zauber eines Textes entsteht ohnehin zwischen den Ohren, warum sollten wir sie nicht nutzen? Ich liege mit geschlossenen Augen auf einer warmen Wiese und plötzlich öffnet sich der Boden unter mir. Figuren ergreifen meine Hand und führen mich in eine fremde Welt. Meine Sinne sind scharf und schauen ins Herz der Handlung: nach Innen!

Oder ist Audio der Ansatz, eine zusätzliche sensorische Dimension zu erschließen, um Restminuten am Steuer unserer Lebenspflichten mit Nutzen anzureichern? In Wartezimmern, Straßenbahnen, Autostaus? Warum nicht. Gute Texte kennen keine Eitelkeit. Jeder Weg, der einen guten Text erklingen lässt, ist ein Gewinn.

Die jetzt vorgestellten Aufnahmen, Gedichte, aber auch Prosatexte, entstanden vor einigen Jahren. Ein erster Schritt. Das Projekt soll in 2020 weitergeführt werden. Mit neuen Texten und Versuchen, weitere Kanäle zu erschließen. Social Media? Youtube? Podcasts? Audio Apps? Oder vielleicht auch ganz anders …

Am Freitag, dem 8.11. um 19.30 Uhr veranstaltet die katholische Gemeindebücherei in Rüppurr (Tulpenstraße 1, hinter der Kirche) wieder ein “Literarisches Quartett”, bei dem 4 Neuerscheinungen vorgestellt und diskutiert werden. Einer der Diskutanten ist Literatenrunde-Mitglied Fritz Kölling.
Die Romane sind sehr unterschiedlich – vom brillianten Debut einer jungen Irin über 70er Jahre Nostalgie von Matthias Brandt bis zum Psychothriller.
Alle sind herzlich eingeladen teilzunehmen und gerne auch mitzureden!

Treffen sich zwei Planeten.

Sagt der eine: „Siehst schlecht aus!“

„Ja, sehr“, der andere, „ich habe Homo Sapiens!“

Sagt der Erste: „Hatte ich auch mal. Das geht vorbei!“

„brenzlig“ – wenn’s kritisch wird

Mitglieder der Literatenrunde e.V. brachten eigene Texte zur Buchhandlung Hoser und Mende: Johannes Beuerle einen Prolog zur Revolution von 1789, Herrmann Schmitthenner seine Reflektion über einen Stolperstein und Franziska Joachim das Klagelied der Gaia. Zuerst aber sang Fritz Kölling zur Gitarre und stimmte auf den Abend ein. Professionelle Musiker waren schließlich nicht geplant. Dann aber waren sie plötzlich doch da, Manuela Schur und Marius Göhringer, mit Mandoline und Gitarre.

Bunte Bücherwelten betören mit ihrem Duft von anderen Welten und lassen gerade noch genügend Platz für ein paar Stuhlreihen. Wo könnte eine Lesung schöner sein? Frank Diedrich liest aus seinem Buch ‚Der Unfall‘, dann wieder Musik. Bei Susann Mathis ist das ‚Blitzlichtgewitter‘ bereits eine Performance und Fritz Kölling führt die Besucher schließlich an ‚Die gefährlichsten Orte der Welt‘. Noch einmal Musik und tosender Applaus, und dabei hat der Abend noch gar nicht geendet. Eine Proseccoflasche ploppt, die Gläser klingeln und das Gespräch beginnt.

Literaturtage Karlsruhe – hier waren Autoren und Publikum ganz nah zusammen. Wer Lust hat, auch mal selbst zu schreiben, ist bei der Literatenrunde herzlich willkommen. Mehr bei www.literatenrunde.de

Die Literatenrunde hatte zur Klappstuhllesung eingeladen: Wer sitzen mochte, sollte einen Klapp- oder Liegestuhl, eine Luftmatratze oder ähnliches mitbringen und vielleicht auch etwas zu essen oder trinken. Und jetzt um kurz vor sieben gruppierten sich buntgestreifte Strandhandtücher, ein grüner Jumbositzsack, Isomatten, Decken, Holzhöckerchen und Klappstühle jedweder Machart im Schatten des riesigen Ahorns vor der Albtalkapelle. Gut 60 neugierige Besucher umrahmten den durch eine blaue Decke mit weißen Sternen markierten Mittelpunkt der Lesung, die außer der Kreativität der Mitwirkenden kaum weitere Hilfsmittel benötigte. Manuela Schur (Gitarre) und Marius Göhringer (Mandoline) entlockten ihren akustischen Instrumente virtuose Klänge, die vom abendlichen Sommerwind mit zauberhafter Naturdynamik veredelt bis in die letzte Reihe getragen wurden, begleitet vom Rascheln der Blätter und gelegentlichen Glockenschlägen. Auch Ekkehard Meyer und Gisela Naumann verschafften sich mit ihren Stimmen und Geschichten vom ‚Liebenswerten Chaot‘ und ‚Uschis Sommerferien‘ noch unverstärkt Gehör, bis zunehmender Wind und ein inzwischen gefundenes Verlängerungskabel den Einsatz der mobilen Lautsprecheranlage erforderlich und möglich machten. Birgit Heneka konnte ihre Geschichte ‚Der kleine Wolf‘ und Hermann Schmitthenner den ‚Bienenunfall‘ bereits mit Mikrofonverstärkung vortragen, und der Wind nurmehr durch abendliche Kühle Aufmerksamkeit erlangen. Das Geschehen nahm Rhythmus auf, jeweils zwei Lesungen wurden von einem musikalischen Vortrag umrahmt, Kronkorken schnalzten und Fließjacken schützten erste Fröstelnde vor abendlicher Kühle. Fritz Kölling stellte alle Lesenden kurz vor, zunächst noch Rabenstern und ihr Stück ‚Der Präparator‘ und las dann selbst ‚Die Hochzeit mit den Großeltern‘. Einige Besucher hatten sich inzwischen auf den Rücken gelegt und spürten wohl noch die Wärme der letzten Sonnenstrahlen im Gras, sahen den verblassenden Himmel und hörten im Rauschen des Windes den Zauber der Worte, erdacht und vorgetragen einmal nicht von professionellen Schriftstellern und Schauspielern, sondern von Mitgliedern der Literatenrunde Karlsruhe. Am Schluss Frank Diedrich mit Beobachtungen ‚Im Speisesaal‘ und Franziska Joachim mit einer Dichtung in schwäbischer Mundart, und dann noch einmal Mandoline und Gitarre mit einem flotten Ragtime.

Ein Abend mit Ideen, Entdeckungen, Erfahrungen, Erlebnisse, so bunt gedichtet und vorgetragen wie diese durch ihre Freude am Zuhören vereinte Runde. Es muss für alle schöne gewesen sein, fand sich doch am Ende noch ein Strohhut, der klingender Münze und raschelnden Scheinen eine neue Heimat gab. Bereits vorher ließen herzlicher Applaus und immer wieder Lacher erkennen, dass die Darbietungen einigen wohl ganz gut gefallen hatten.

Alle sind bis zum Schluss dageblieben, obwohl es keine Türen gab. Manche kamen extra noch einmal nach vorne zur blauen Decke, wo die Lesenden sich an einer gemeinsamen Abschiedsverbeugung versuchten, um zu sagen, wie gut es ihnen gefallen hatte. Das ist doch das höchste Vergnügen für einen Autor. Und wenn er kein Profi ist, auch das einzige ­– außer dem Schreiben selbst. An alle, die dabei waren: kommt wieder, im nächsten Jahr an gleicher Stelle. Oder noch besser: zum Mitmachen in die Literatenrunde. Zweimal im Monat im BKK Künstlerhaus.