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Schreibratgeber können einem Schreibanfänger enorm behilflich sein. Die Literatenrunde e. V. hat deshalb im März 2017 begonnen, für ihre Mitglieder einen Handapparat einschlägiger Literatur für das kreative Schreiben anzuschaffen und nimmt Empfehlungen für weitere Neuanschaffungen gerne entgegen.

Ohne Zweifel sind die besten Lehrbücher für das Kreative Schreiben jedoch die großen Meisterwerke der Weltliteratur selbst. Daher sollte ein Literaturkanon  unbedingt auch dabei sein (hier z.B. „1001 books you must read before you die“).

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Die Literatenrunde e. V. zu Gast bei der Literarischen Gesellschaft
Donnerstag, 21.09.2017 um 19 Uhr

Prinz-Max-Palais. Karlstraße 10,  76133 Karlsruhe

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„Wussten Sie schon, dass die Alpen einen ganz erbärmlichen Anblick bieten, wenn man sich die Berge einmal wegdenkt?“ (Loriot)

Was ist heute schon normal?
Rennt jemand einem anderen mit dem Messer hinterher, zuckt man mit den Schultern, tanzt eine Frau nackt vor dem Altar, so bewegt es nicht mehr,… selbst ein senkrecht aufgestellter Schrott-Bus vor der Frauenkirche macht nur noch geringfügig Furore. Es verwundert allenfalls, dass mal der Strom ausfällt (früher wäre das normal). Aber wenn ein Kamel vom Balkon spuckt und das zu einer Modeerscheinung wird, oder ein Inder in asiatischer Tracht auf den Alpen spaziert, … dann ist das schon seltsam.

In der Lesung „Abgefahren und zugehört – skurrile Texte der Literatenrunde“ lesen Mitglieder der Literatenrunde Geschichten nicht ohne Augenzwinkern von bizarren Begebenheiten, exzentrischen Persönlichkeiten und auffallend unkonventionellen Ideen.

Außerdem stellt Marbod Mauer sein literarisches Zeitungsschnipsel-Projekt vor.

 

Es lesen: Hermann Schmitthenner, Franziska Joachim, Hans-Juergen Block, Marbod Mauer u.a.

Eintritt frei!

Worte sind wie Wasser: manchmal fließen sie träge dahin, manchmal wild und brausend. Sie können beruhigen und aufwühlen. Und manchmal fehlen sie, die richtigen Worte, wie ein Schluck Wasser in der Wüste. Eindrücke von der Lesung im schönen Wasser- und Brunnenmuseum – Den Stadtwerken sei dank!

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Michael Mehnert zog 1995 aus seinem Elternhaus und das trotz seiner schweren Krankheit (spastisch-athetotischen Behinderung). Der junge Mann, damals 34 Jahre alt, wollte sein Leben selbst in die Hand nehmen. Seit 1990 ist er bei der AWO, die ihn in seinem Wunsch nach Sebstständigkeit unterstützt. Er wohnt alleine, wird aber im täglichen Leben von mehreren Assistenten begleitet. Er ist damit Vorreiter in Deutschland und hofft, mit der Gründung seines Vereins „Free like a bird“ 2015 auch anderen Menschen mit Behinderung zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen.
Michael Mehnert wurde 1961 geboren (heute 56 Jahre alt). Er wuchs in Karlsruhe im Stadtteil Rintheim auf und ging dort zur Schule, wo er 1981 den Hauptabschluss machte. Zwischen 1981 – 1989 schrieb er sein Buch „Warum kannst du nicht fliegen?“, welches Ende 1990 bei Medien und Kulturpraxis in Ludwigshafen erschien. Zur Zeit schreibt er an seinem zweiten Buch „Meine inklusive Gesellschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.
Anfang der 1990er war Michael Mehnert auch bei den Jusos (Jungsozialisten) politisch aktiv. Fünf Jahre gestaltete und moderierte er bei „KONTAKT“, eine Sendung für Behinderte u. Nichtbehinderte in SWF3 mit. Von 1995 bis heute hält er als Gastlehrer gelegentlich Unterricht in den Zivildienstschulen.
Michael Mehnert besitzt einen Elektrorollstuhl mit einer Kinnsteuerung, mit dem er mobil sein kann und sich mit 10 km/h bis ca. 30 Kilometer weit fortbewegen kann.
Er ist sehr kontaktfreudig und interessiert sich für andere Menschen. Neben seiner Leidenschaft für den Karlsruher Sportklub KSC.

Im Rahmen von ECKKULTURdörfle 2017

Am 01.07.2017 von 19:15 bis 19:45 Uhr lasen Mitglieder der Literatenrunde, Franziska Joachim und Abier Bushnaq, aus dem Buch “Warum kannst Du nicht fliegen?” von Michael Mehnert

Der Dörfle-Bewohner Michael Mehnert leidet aufgrund einer Zangengeburt an einer spastisch-athetotischen Behinderung. In den 1980er Jahren fasste er den Entschluss, seine Geschichte in Worte zu fassen. Mit Hilfe seines Mundes tippte er mühsam sieben Jahre bis zu deren Fertigstellung.

Mut zum Schreiben machte ihm damals die Lektüre eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, das erstmals 1993 in deutscher Sprache erschienen war: „So geboren“ von Earl R. Carlson (geb 1897), der an der gleichen Krankheit litt und trotzdem Arzt wurde. „Warum kannst du nicht fliegen?“ ist ein fröhliches Jugendbuch, das von dem Drang nach Freiheit und Anerkennung spricht. Die ausgewählten Texte handeln von Freundschaften, vom Leben im Hof, von ersten Alkohol-, Tanz- und Schwimmerfahrungen, von der wertvollen Unterstützung der ökumenischen Kontaktstelle BRÜCKE und der Freude über die durch den Erwerb eines motorisierten Rollstuhls gewonnene Freiheit. Sein zweites Buch „Meine inklusive Gesellschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ ist noch nicht erschienen.

Die Veranstaltung fand bei strömenden Regen statt. Zuhörer suchten Schutz unter Bäumen und Dächern. Anschließend waren sie eingeladen, sich die Schreibmaschinenbilder vom Autor anzuschauen.

Schreibmaschinenbilder: Spiegelung – Auto – Kirchturm