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Worte sind wie Wasser: manchmal fließen sie träge dahin, manchmal wild und brausend. Sie können beruhigen und aufwühlen. Und manchmal fehlen sie, die richtigen Worte, wie ein Schluck Wasser in der Wüste. Eindrücke von der Lesung im schönen Wasser- und Brunnenmuseum – Den Stadtwerken sei dank!

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Michael Mehnert zog 1995 aus seinem Elternhaus und das trotz seiner schweren Krankheit (spastisch-athetotischen Behinderung). Der junge Mann, damals 34 Jahre alt, wollte sein Leben selbst in die Hand nehmen. Seit 1990 ist er bei der AWO, die ihn in seinem Wunsch nach Sebstständigkeit unterstützt. Er wohnt alleine, wird aber im täglichen Leben von mehreren Assistenten begleitet. Er ist damit Vorreiter in Deutschland und hofft, mit der Gründung seines Vereins „Free like a bird“ 2015 auch anderen Menschen mit Behinderung zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen.
Michael Mehnert wurde 1961 geboren (heute 56 Jahre alt). Er wuchs in Karlsruhe im Stadtteil Rintheim auf und ging dort zur Schule, wo er 1981 den Hauptabschluss machte. Zwischen 1981 – 1989 schrieb er sein Buch „Warum kannst du nicht fliegen?“, welches Ende 1990 bei Medien und Kulturpraxis in Ludwigshafen erschien. Zur Zeit schreibt er an seinem zweiten Buch „Meine inklusive Gesellschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.
Anfang der 1990er war Michael Mehnert auch bei den Jusos (Jungsozialisten) politisch aktiv. Fünf Jahre gestaltete und moderierte er bei „KONTAKT“, eine Sendung für Behinderte u. Nichtbehinderte in SWF3 mit. Von 1995 bis heute hält er als Gastlehrer gelegentlich Unterricht in den Zivildienstschulen.
Michael Mehnert besitzt einen Elektrorollstuhl mit einer Kinnsteuerung, mit dem er mobil sein kann und sich mit 10 km/h bis ca. 30 Kilometer weit fortbewegen kann.
Er ist sehr kontaktfreudig und interessiert sich für andere Menschen. Neben seiner Leidenschaft für den Karlsruher Sportklub KSC.

Im Rahmen von ECKKULTURdörfle 2017

Am 01.07.2017 von 19:15 bis 19:45 Uhr lasen Mitglieder der Literatenrunde, Franziska Joachim und Abier Bushnaq, aus dem Buch “Warum kannst Du nicht fliegen?” von Michael Mehnert

Der Dörfle-Bewohner Michael Mehnert leidet aufgrund einer Zangengeburt an einer spastisch-athetotischen Behinderung. In den 1980er Jahren fasste er den Entschluss, seine Geschichte in Worte zu fassen. Mit Hilfe seines Mundes tippte er mühsam sieben Jahre bis zu deren Fertigstellung.

Mut zum Schreiben machte ihm damals die Lektüre eines Buches aus dem 19. Jahrhundert, das erstmals 1993 in deutscher Sprache erschienen war: „So geboren“ von Earl R. Carlson (geb 1897), der an der gleichen Krankheit litt und trotzdem Arzt wurde. „Warum kannst du nicht fliegen?“ ist ein fröhliches Jugendbuch, das von dem Drang nach Freiheit und Anerkennung spricht. Die ausgewählten Texte handeln von Freundschaften, vom Leben im Hof, von ersten Alkohol-, Tanz- und Schwimmerfahrungen, von der wertvollen Unterstützung der ökumenischen Kontaktstelle BRÜCKE und der Freude über die durch den Erwerb eines motorisierten Rollstuhls gewonnene Freiheit. Sein zweites Buch „Meine inklusive Gesellschaft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ ist noch nicht erschienen.

Die Veranstaltung fand bei strömenden Regen statt. Zuhörer suchten Schutz unter Bäumen und Dächern. Anschließend waren sie eingeladen, sich die Schreibmaschinenbilder vom Autor anzuschauen.

Schreibmaschinenbilder: Spiegelung – Auto – Kirchturm

 

Die Schreibwerkstatt der Literatenrunde e. V. findet hier im Dörfle statt, da ist es selbstverständlich, dass die Literatenrunde beim KULTURdörfle 2017 als Kulturdarbieter und Helfer dabei ist. „Stückgut“ war die Auftakt-veranstaltung des Fests. Von den anfänglichen Regenschauern ließen sich nur wenige Zuschauer vertreiben, spontan wurde die top ausgestattete Bühne zum Schutzdach fürs Publikum umfunktioniert, bei Sonnenschein die Bänke wieder herausgestellt. Um 21:15 folgte ein langer Filmabend, 40 Kurzfilme aus dem Migrantenprojekt und anderen Projekten wurden gezeigt.
Als Partner war die Literatenrunde außerdem an den Standdiensten – Infostelle und Helferessenausgabe – präsent.

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Premiere am 24.06.2017 im Badischen Staatstheater – Literatenrunde-Mitglied Rabenstern* nahm am Projekt „Inschrift Heimat“ des Badischen Staatstheaters teil. Es gab Heimat konserviert in Dosen, schräge Heimatlieder tönten aus den Lautsprechern und in allen Facetten sah man Hirschgeweih. Zentrale Frage:„Was ist Heimat?“ Nach der Premiere kam die Tochter einer Darstellerin zu Rabenstern herüber, um ihre Bewunderung für die Geschichtenerzählerin zum Ausdruck zu bringen, die seit Jahrzehnten unermüdlich auf den Märkten Gedichten und Geschichten vorträgt. Sie sagte: „Auch das ist für mich ein Stück Heimat – machen Sie bitte weiter so!“

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